Neubau von 2 Wohneinheiten für Internatsschüler in Kayambi

Weg nach KayambiKein Schulbus, kein öffentlicher Bus und mehr als 2 Stunden zur Schule laufen, das ist Alltag für viele Kinder im abgelegenen Kayambi. In diesem Dorf in einer der abgelegensten Regionen im nördlichen Buschland Sambias gibt es eine Basisschule und seit 2013 auch eine angegliederte Sekundarschule, die einzige Schule weit und breit mit mehr als 1000 Schülerinnen und Schülern.

Bei unserem Besuch 2010 schliefen 35 Mädchen äußerst beengt in 4 Räumen, die eigentlich als Lehrerwohnung dienen sollten; 21 Jungen schliefen in dem umfunktionierten Sekretariat auf Decken auf dem Boden. Die Räume wurden auch zum Kochen genutzt. Maismehl für Nshima (Hauptnahrungsmittel) müssen die Kinder selber mitbringen.

MädchenhausDie Unterbringung der Mädchen und Jungen war auch eine der großen Sorgen des Schulleiters und der Eltern; deshalb hatte sich eine Eltern-Lehrer-Gemeinschaft gegründet, die diese Situation durch einen Neubau verbessern wollte. An der Schule wurde Mais angebaut, eine Getreidemühle angeschafft und vom Erlös des Maisverkaufs wurde mit dem Brennen der Ziegel begonnen. Dabei halfen an jedem Tag der Woche Eltern aus 5 Dörfern, insgesamt beteiligten sich Eltern aus 25 Dörfern. Es fehlte jedoch an Geld für weitere Baumaterialien und deren Transport. Bis Kasama sind es zwar nur 190 km, aber es gibt keine Straße sondern nur ausgewaschene „Buckelpisten“ auf denen der Transport erfolgen muss. Dieses kostet viel Zeit und Geld.
Auf dem Land, wo  viele Menschen nicht mal 1 € pro Tag erwirtschaften können, konnte die Schule den Weiterbau nicht selbst stemmen. Benzin ist in Sambia etwa so teuer wie in Deutschland was die Beschaffung von Baumaterialien extrem verteuert.

fertiges JungenübernachtungshausDer Freundeskreis Kasama stellte finanzielle Mittel zur Verfügung. So konnte im Juli 2013 der Wohntrakt für Mädchen bei einer ergreifenden Feier eingeweiht werden. Ein weiterer Bau für Jungen wurde im März 2015 fertiggestellt. Inzwischen sind beide mit Sanitäreinrichtungen versorgt. Nur für eine zuverlässige Wasserversorgung muss noch gesorgt werden.

Im Juli 2013 gab es kein fließendes Wasser. Der Fluss an dem in früheren Jahren Wasser für die nahegelegene Krankenstation aufgestaut wurde, war nach einer ungewöhnlich kurzen Regenzeit ausgetrocknet. Der nahegelegene Bach ist mit Bilharziose verseucht, was immer wieder zu Krankheitsfällen der Schüler führt. Ein tiefer Brunnen würde die Versorgung mit Wasser nicht nur in der Schule sondern auch in der nahebei gelegenen Krankenstation sichern. Der Zustand der Straßen war zu der Zeit allerdings so schlecht, dass schweres Gerät erst nach Reparaturen, auf die dringend gewartet wurde, transportiert werden konnte. Nachdem dies geschehen ist, will sich der Freundeskreis hierfür einsetzen. Der Soester Anzeiger berichtete am 20.07.2016 (s. unter „Presse„)

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